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Die Bärte in AktionZZ TOP                        

The little ol' Band from Texas

Bandmitglieder:  Billy F. Gibbons ( Guitar, Vocal )

                         Dusty "The Dust" Hill ( Bass, Vocal )

                         Frank Beard ( Drums )

Bandgeschichte:

Diese kleine Band ist schon etwas Außergewöhnliches. Sie hält den Weltrekord als am längsten in der Urbesetzung zusammen spielende Band und sind seit 1986 als ihnen ein gewisser George W. Bush den Titel verleiht, offizielle Helden des amerikanischen Bundesstaates Texas. Bis es aber so weit war, haben die drei schon einen langen Weg zurück gelegt, der Ende der Sechziger Jahre seinen Anfang nimmt.

Billy Gibbons, der einmal beim texanischen Trio die Gitarre spielen wird, kommt am 16.12.1949 in Houston zur Welt. Mit 14 nimmt er zum ersten mal eine Klampfe in die Hand und gründet diverse Bands. Eine dieser Combos sind die Moving Sidewalks, deren erste Single "99th Floor" - von Billy geschrieben - die lokalen Charts in Texas aufmischen kann. Der größte Erfolg der Band ist jedoch ein Auftritt im Vorprogramm keines geringeren als Jimi Hendrix. Der Saiten-Derwisch bescheinigt dem jungen Nachwuchsgitarristen Gibbons, der talentierteste amerikanische Gitarrist zu sein. Die Karriere der Moving Sidewalks ist damit aber bereits Geschichte. 1970 setzt sich Billy mit dem Manager und späteren Hausproduzenten Bill Ham zusammen und gemeinsam schaffen sie es, der Gruppe American Blues den Bassisten Dusty Hill und Schlagzeuger Frank Beard auszuspannen. Da die beiden bereits zwei Alben mit der Band veröffentlicht haben, die beide grandios floppen, nehmen sie das Angebot Billys bereitwillig an und nehmen gleich im Anschluss die erste ZZ Top-Single "Salt Lick" auf, die bei Scat Records erscheint. Noch im selben Jahr erscheint mit "ZZ Top's First Album" der erste Longplayer des Trios. Laut eigenen Angaben spielen ZZ Top "Abstract Blues", eine etwas gestelzte Formulierung, denn das, was den ZZ Top-Sound dieser Tage ausmacht, ist vielmehr eine Verschmelzung dessen, was der Staat Texas an musikalischen Eigenheiten bis dahin hervor gebracht hat. Country, Blues, Rock'n'Roll und Boogie werden zusammengeführt und durch die texanische Rauhbeinigkeit entsteht ein kraftvoller Cocktail, der zu dieser Zeit seinesgleichen sucht.

Bislang ist aber an eine größere Karriere nicht zu denken. Das Debüt verkauft sich nicht sonderlich und auch der zweite Streich "Rio Grande Mud" kann nichts Entscheidendes reißen. Das ändert sich ziemlich schnell mit der Veröffentlichung von "Tres Hombres", das im Spiegel der Zeit als das Album in die ZZ Top-Geschichte eingeht, das den entscheidenden Wendepunkt in der Band-Historie darstellt. Sage und schreibe 81 Wochen hält sich die Platte in den amerikanischen Billboard-Charts und die Single "La Grange" erreicht die Top 50. Mit "La Grange", "Beer Drinkers And Hell Raisers", Waitin' For The Bus" und "Jesus Just Left Chicago" ist "Tres Hombres" auch heute noch das Album, aus dem die meisten Songs bei Live-Konzerten stammen. Bislang nur in den Südstaaten bekannt, verbreitet sich die Kunde der drei jetzt auch im Norden Amerikas. 1974 spielen die drei bereits vor 80.000 Zuschauern in New Orleans. Einen kleinen Ausschnitt daraus findet man auf dem '75er Output "Fandango" wieder. Die zweite Seite ist mit "Tush" bestückt, dem wohl bekanntesten Track aus den frühen Tagen des Trios.

Mit der sich daran anschließenden Worldwide Texas-Tour hauen die Jungs dann richtig fett aufs Schnitzel. Auf dieser Konzertreise, zu der insgesamt 1,2 Millionen Zuschauer strömen, schleppen sie einen ganzen Tross an lebenden Tieren mit. Neben ausgewachsenen Stieren kann man auch Wölfe bestaunen, die in riesigen Trucks durch die Gegend gekarrt werden. Nach den soliden Alben "Tejas" (spanisch für Texas) und "Deguello" haben sie sich mittlerweile auch außerhalb der Staaten einen Namen gemacht. Am 19.April 1980 kommt es dann in der Grugahalle in Essen zu einem denkwürdigen Auftritt. Im Rahmen des ARD-Rockpalastes werden Millionen Fernsehzuschauer Zeuge der Live-Performance von ZZ Top. Danach ist es um die Deutschen geschehen. Im Anschluss an "El Loco" kommen ZZ Top nach Deutschland zurück und selbst die Frankfurter Rundschau attestiert ihnen den "flüssigsten Blues-Rock seit Johnny Winter".

Danach ist es erst einmal zwei Jahre still um die Band. Die Legende besagt, dass justament zu dieser Zeit, als die drei einmal getrennte Wege gehen, die Sache mit den ultralangen Bärten entsteht. Unabhängig voneinander lassen sich Billy Gibbons und Dusty Hill die Bärte lang wachsen. Ledigleich Schlagzeuger Frank Beard (sinnigerweise englisch für Bart) verschließt sich der haarigen Angelegenheit.

1983 wird dann mit "Eliminator" der Mega-Hammer ausgepackt. Man muss die Umstände der damaligen Zeit Revue passieren lassen, um zu verstehen, warum ZZ Top zu neuen Höhenflügen ansetzen. Das MTV-Zeitalter wirft seinen Schatten voraus. Zwar existiert der Musik-Kanal zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre, aber ZZ Top sind in der Tat die erste Band, die sich den Video-Clip als Darstellungsform zu eigen machen. Die Videos zu den Single-Hits "Sharped Dressed Man", "Legs" und "Gimme All Your Lovin'" sind denkbar einfach gestrickt. Frauen in knappen Minis, heftigst aufgemotzte Autos und harte Riffs vereinigen sich zu einem Hör-Seh-Genuss, der auf reges Interesse stößt. Die fast logische Folge sind der erste Top Ten-Hit ("Legs") und acht Millionen verkaufte Einheiten von "Eliminator". Der Sound hat sich ebenfalls geändert. Setzt man in der Vergangenheit auf ein reduziertes Klangkostüm, halten nun Synthesizer und Overdubs einzug in die Songs von ZZ Top. Den einen oder anderen alten Fan wird diese Kehrtwende vergrault haben, aber Millionen andere folgen nach und machen die Band zu internationalen Megasellern - insgesamt hält sich die Platte ganze zwei Jahre in den US-Charts.

Der Nachfolger hört auf den Namen "Afterburner" - eine eher zwiespältige Angelegenheit, denn eigentlich könnte man das Album auch "Eliminator Part II" nennen, denn das Konzept wird weiter gesponnen und der bis dahin typische ZZ Top-Sound geht in technischen Spielereien unter, die überproduziert und im negativen Sinne opulent wirken. Nichtsdestotrotz verkauft sich die Scheibe wie geschnitten Brot. Nach der weltweiten Tour zu "Afterburner" legen ZZ Top erst einmal die dringend benötigte kreative Pause ein. In der Zwischenzeit engagieren sie sich für den Erhalt des Delta Blues Museum in Clarksdale/Mississippi und buchen die ersten Tickets für etwaige zukünftige Flüge zum Mond. Beim dritten Teil der Zurück in die Zukunft-Saga mit Michael J. Fox spielen sie eine kleine Rolle als Saloon-Band und steuern einen Song ("Doubleback") zum Soundtrack bei.

1990 kehren sie mit "Recycler" zurück. Zwar wird der Anteil an technischem Firlefanz wieder etwas zurück geschraubt, an die Klassiker kann das Album trotz seiner Verkaufserfolge jedoch nicht anknüpfen - der Plattentitel scheint programmatisch zu sein. 1992 erscheint die zweite Compilation "Greatest Hits" mit einem Cover des Elvis-Songs "Viva Las Vegas". Das 1994 erscheinende "Antenna" - eine Hommage an die Radiostationen in Texas - scheint die ZZ Top-Renaissance einzuläuten. Rauher als zuvor und mit erheblich groovigeren Songs ausgestattet, findet das Trio mit Studio-Album Nummer 11 in die Spur zurück: der Blues ist wieder mit ihnen. Mega-Bühnenaufbauten und dutzendweise nackte Mädels scheinen ausgedient zu haben. Die Musik wird wieder auf das Wesentliche reduziert und das ist wahrscheinlich auch das, worauf die vielen ZZ Top-Fans in aller Welt gewartet haben, denn beliebt sind die Rauschebärte nach wie vor und daran scheint sich auch in Zukunft nicht all zu viel zu ändern.

Im September 2003 erscheint nach vier Jahren erstmals wieder neues Material von der 'Little Ol' Band From Texas'. "Mescalero" lautet der Titel und führt die Band wieder weiter zurück zu ihren Wurzeln. Blues, Country und Boogie at its best!

( entnommen der Homepage von laut.de)

Seitdem sind auch schon wieder 6 Jahre vergangen. Die Bärte haben sich rar gemacht, kommen aber reglmäßig nach Deutschland auf Tour. Natürlich sind wir immer mit dabei. Letztmalig in einem "Doppelfeature" in Bonn und in Potzdam im Sommer 2008.

Wie alles begann ( bei mir ):

Alles fing damit an, dass mein Freund Wolfi irgendwann Ende 85 oder im Laufe des Jahres 86 von seinem Bruder eine überspielte Kassette mit "Afterburner" und Teilen von "Eliminator" geschenkt bekam. Wir hörten uns das Teil an und seitdem...

Im Laufe der nächsten Jahre sammelten wir überspielte Kassetten mit Auszügen aus "Fandango", "Deguello" oder "Tres Hombres". Kaufen konnten wir uns die Teile natürlich nicht, denn im Osten gab es keine Platten oder Kassetten von ZZ Top ( mal abgesehen von einer Amiga - Adaption von "Afterburner" irgendwann Ende der 80er ).

Kurz vor der Wende, im April 89, ging Wolfi mit seiner Familie in den goldenen Westen und die nächsten Monate verbrachte er damit, mich mit begeisterten Briefen über gehörte und gekaufte ZZ Top - Kassetten ( später CD's ) zu quälen. Ein lustiges Beispiel, wie komisch sich ehemalige DDR - Bürger in den Anfangszeiten des gemeinsamen Landes benahmen, fand ich in einem Brief von Wolfi aus dieser Zeit. Ich zitiere: "In den letzten Briefen habe ich immer viel über meine bestaunenswerten Erlebnisse in den Plattenläden geschrieben, aber was ich gestern ( Freitag, den 21.04.) gesehen und gehört habe, dass setzt allem noch die Krone auf. In der Plattenabteilung von Quelle - Karstadt habe ich gleich in der ersten Woche schon einmal nach ZZ Top - Alben gesucht und keine gefunden, weil ich Hornvieh bei den Pop - Platten geschaut habe. Als ich dann aber einmal die Verkäuferin gefragt habe, zeigte sie mir die Stelle, an der ich die heißgeliebten Stücke finde ( Anm.des WM: Sehr zweideutig der Text !!!)Das war ja noch nicht das Stärkste! Die Verkäuferin fragte mich dann, ob ich einen CD-Player habe. Ich hab aus Neugier erst einmal ja gesagt. Nun sagte sie, ich solle ihr mal folgen; sie ging mit mir ins Lager und zeigte mir dort sämtliche 10 ZZ Top - Alben auf CD. Da blieb mir glatt die Luft weg. Nun lies ich mir einige Kostproben vorspielen und hörte sie auf Kopfhörern mit. Das ist wirklich ein Klang, der mit nichts zu vergleichen ist.Immer noch halb angeschlagen. bin ich dann auf meinem Fahrrad heimgefahren. Als ich dann an einer der zahllosen Ampeln auf meinem Heimweg anhalten musste, sah ich genau in das Schaufenster eines mir völlig unbekannten Plattenladens. Ich bin sofort abgestiegen, habe mein Fahrrad angeschlossen und bin hinein gegangen. Dort standen dann bei Z wie ZZ Top etwa 20 !!! verschiedene Platten, aber nicht nur von ZZ Top, sondern auch sämtliche LP's der Vorgängerbands und die Maxi-Singels der ZZ Top - Hits. Also, wenn ich erstmal einen Plattenspieler habe, kommen eine Menge Ausgaben auf mich zu. ...

Jaja, die gute alte Zeit.

Ab November 89 konnte auch ich mir alles von ZZ Top anhören und kaufen, was es zu kaufen gibt. Ich bilde mir ein, im Prinzip alles zu besitzen, was man bekommen kann. Alles offizielle und auch ein paar inoffizielle Sachen :).

Konzertbesuche:

Im Juni 90 war es dann soweit. Wir waren mit vier Leuten beim ZZ Top - Open Air auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg. Was soll ich sagen, davon werde ich wahrscheinlich in 50 Jahren noch erzählen. Wir fuhren mit dem 25 Jahre alten Trabi eines Kumpels ins Fränkische, waren Stunden zu früh da und mussten ewig warten, um überhaupt reingelassen zu werden. Auf dem Zeppelinfeld erwischten wir aus dummen Zufall den Weg, der in die ersten Reihen führte. Dort standen wir dann von circa 14 Uhr bis in den frühen Abend bei strömenden Regen und empfindlich kühlen Temperaturen. Die erste Vorgruppe, die "Little Angels" ( hießen die so ???) war nicht so berauschend, aber beim Special Guast Bryan Adams !!! ging die Stimmung weit nach oben. Ich kann behaupten, dass ich bei der Weltpremiere von " I'd do it for you" ( aus den Robin Hood Film mit K.Costner ) live dabei war. Die Mädels um uns rum waren auf jeden Fall hin und weg. Nach Bryan gab es eine längere Umbaupause. Wir standen da, froren und überlegten gerade, ob die bärtige Silhouette, die man durch die verhangenen Boxengerüste sehen konnte, vielleicht Dusty sein könnte, als schlagartig das Licht anging, unsere drei Freude auf der Bühne standen und nur einen einzigen Akkord anschlugen. Es hat mir fast die Schädeldecke abgehoben, die Hosenbeine fingen an zu flattern und mein Magen ging im Körper auf Wanderschaft.ES WAR GEIL.

In den kommenden Jahren war ich bei Konzerten in München (2x), Dortmund,nochmal Nürnberg, Hohenfelden und letztes Jahr in einem Nest, von dem ich den Namen schon wieder vergessen habe, aber an Nürnberg 90 kam nichts heran. 30000 Menschen, 120 m lange Bühne und die Boxen stellten damals, glaub ich jedenfalls, einen Weltrekord in der Höhe auf.

Alben - Review:

First Album (1970) - Das "First Album" war seiner Zeit in verschiedenen Punkten um einiges voraus, so bei der Klang- und Abmischqualität. Die ruhigen Sachen haben mir jahrelang eigentlich nicht so gefallen, aber seit ich ein gewisses Alter erreicht habe... . Besonders empfehlenswert: "Shaking your tree", "Squank" und "Just got back from Baby's".

Rio Grande Mud (1972) - "Rio Grande Mud" war eine der ersten und eine der letzten Scheiben, die ich mir zugelegt habe. Wie das geht? Ich hatte das Album schon recht früh als LP, aber nie einen Plattenspieler besessen, später habe ich sie mir dann als CD zugelegt ( war vor 10 Jahren recht schwer zu bekommen, ohne Amazon und so ). Als ich das erste Mal reinhörte, fand ich neben ein paar schwächeren Sachen auch absolute Sterne. Zu empfehlen:"Just got paid", "Sure got cold after the Rain fell" und "Down Brownie"

Tres Hombres (1973) - Ach ja, "Tres Hombres". Der erste kommerzielle Erfolg der Bärte, der sie auch endgültig bekannt machte in den Staaten. Absolute Klassiker - dass Riff von "La Grange" ist in so vielen anderen Liedern verwendet worden, dass wahrscheinlich keiner mehr weiß, in wievielen genau.Besondere Highlights:"Jesus just left Chicago", Hot, blue and Righteous" und natürlich "La Grange". Im übrigen, für alle die noch nie was von gehört haben, aber mal reinhören wollen - wir sprechen hier immer noch über Blues in (fast) Reinkultur. Also nix mit Rock, das kam später.

Billy Gibbons in den 70ern, noch ohne F.

Fandango (1975) - Die gut zur Hälfte mit Live-Stücken belegte "Fandango" ist eine meiner weniger geliebten Scheiben. Trotzdem hörbar, wenn man einen Eindruck von den intensiven Live - Auftritten der Band in den 70ern bekommen möchte. Es finden sich hier auch die ersten rockigen Tracks. Die Performance von "Mellow down easy" von Billy ist eine linguistische Meisterleistung. Die besten Tracks von "Fandango": "Jailhouse Rock","Nasty Dogs and funky Kings" und natürlich "Tush", bei dem bei allen ZZ Top Live - Auftitten der Bär steppt.

Tejas (1976) - Auch die "Tejas" war eine meiner späteren Erungenschaften. Etwas vertrusht von "Afterburner" und "Recycler" war die Reinheit und die Freiheit des Klangs von "Tejas" eine schöne Sache. Es sind hier viele, recht unbekannte Stücke drauf, die jedoch sehr, sehr schön sind. Ganz besonders:"El Diablo","Pan Am Highway Blues" und "She's a Heartbreaker".

Deguello (1979) - Zwischen "Tejas" und "Deguello" lagen 3 Jahre, was sich auch bemerkbar macht, denn langsam steuern die drei auf den Sound der 80er hin. Eine deutliche Veränderung ist zu bemerken, weg vom reinen Blues, hin zu Experimenten mit Hintergrundbeats und anderen Geräuschen. Aber auch die Scheibe hat mit "Dust my broom" und "Esther be the one" zuckerweiche, schöne Balladen. Highlights: "I'm bad, I'm nationwide","Lowdown in the Steet" und "Esther be the one".

Dusty "The Dust" Hill

El Loco (1981) - Auch die "El Loco" möchte ich als "Übergangswerk" bezeichnen. Kein reiner Südstaatenblues mehr, aber auch noch nicht der typische ZZ Top Sound der 80er, mit dem sie weltweit bekannt wurden. "El Loco" enthält mit "Leila" die meiner Meinung nach schönste Ballade der Gruppe. In melancholischen Phasen hab ich mir das Lied auch schon 30 mal hintereinander angehört. Auf dieser Scheibe befinden sich keine Songs, die später viel bei Live - Auftritten gespielt wurden (außer Tube Snake Boogie). Schade eigentlich. The Best:"Tube Snake Boogie","Leila" und "It's so hard".

Eliminator (1983) - Jetzt gehts los!!! Das erfolgreichste Album der Band war gleichzeitig auch eines der ersten, dass ich gehört habe. Deshalb ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass ich mehr der 80er Jahre ZZ Top-Fan bin, der auf die harten, etwas verelektronisierten und oversampelten Tracks steht. Was ist zur "Eliminator" noch zu sagen? Sie zählt zu den erfolgreichsten Alben aller Zeiten, enthält einige der bekanntesten Stücke der Band und kann zu recht als ein Highlight der Musikgeschichte, speziell der 80er bezeichnet werden.Empfehlung: "Gimme all your lovin", "Sharp dressed Man","Legs" und auch "Thug", besonders für Bass-Fans.

Die Bärte in den 80ern

Afterburner (1985) - Viele Kommentatoren haben die "Afterburner" mit einem leichten Anflug von Kritik als "Eliminator 2" bezeichnet. Dazu kann ich sagen: Sie hatten recht und es ist gut so. Warum auch nicht? "Afterburner" setzt den Erfolgssound des Vorgängeralbums konsequent fort. Auch die mit "Eliminator" begonnene Videoclip - Tradition nimmt mit der "Afterburner" ihre Fortsetzung. Im übrigen, an alle Feministen: ZZ Top waren und sind nicht sexistisch, auch wenn man das bei den Inhalten ihrer Videos vielleicht denken könnte. Sie lieben nur die Frauen über alles. Das gilt auch für ihre männlichen Fans. Mit "Afterburner" fing bei bei mir alles an und deshalb wird sie wohl auch immer meine liebste sein. Klassiker: "Sleeping bag","Rough Boy" und "Velcro Fly", mir besonders gefällt aber mehr "Dipping low", das geht schon voll in Richtung Hartrock.

Ein Wort zu den Videos:

ZZ Top waren Anfang der 80er eine der ersten Bands, die sich mit dem neuen Medium Videoclip beschäftigten und konsequent umsetzten. Das erste Video, welches auf MTV Europe gesendet wurde, war von ZZ Top. Sie waren die Lieblinge aller Musiksender. Leider wurde diese Tradition von der Band bei späteren Scheiben nicht beibehalten. Es gab zwar z.B. mit "Pincushion" oder "Breakaway" glorreiche Ausnahmen, aber leider wurden später kaum noch Videos produziert, ganz einfach weil kaum noch Singels ausgekoppelt wurden. Dies ist schon seit "Recycler" zu beobachten. Von der neusten Scheibe "Mescalero" gibt es meines Wissens überhaupt keine Auskopplung und damit auch kein Video. Eine Entwicklung, die viele Fans tief bedauert haben.

Recycler (1990) - Zur Erinnerung: Ich kam 1985/86 mit der Musik der Band in Kontakt. Die "Afterburner" war frisch draußen und wir warteten voller Hoffnung auf Nachschub. Aber - nix passierte. Die Band machte Pause und es sollte 4 Jahre brauchen, bis ein Lebenszeichen kam. Diese Zeit hätten wir als frische Fans außerhalb der DDR nicht überstanden. Warum nicht? Da es so schwierig war, in unserem Land an "Stoff" von ZZ Top zu kommen, hatten wir bis zur Wende 1989 genug damit zu tun, das vorhandene Material irgendwie zu sammeln und kein Problem damit, auf etwas komplett neues zu warten. Wenn wir damals schon "Westen" gewesen wären, hätten wir uns wahrscheinlich ziemlich zügig anderer Musik zugewandt und hätten die Bärte vergessen. In diesem Sinne: Danke, Honni.          
Die Recycler sollte nach eigenen Angaben der Band einen Neuanfang bringen. Dies geschah aber nicht, weil die drei es sehr schwer hatten, sich vom Sound (und vom Erfolg) der 80er zu lösen. Die "Recycler" ist bei den Fans die am meisten unterschätze Platte, obwohl sie z.B. in der Bundesrepublik ein recht guter kommerzieller Erfolg war. Einige schöne Tracks: "Concrete and Steel","My Head's in Mississippi" und "Give it up".

Greatest Hits (1992) - Die Band hatte in den 70ern schon einmal eine "Best of" herausgebracht, die in dieser Aufstellung aber keine Nennung findet, weil keine neuen Tracks drauf waren. Etwas anders bei der "Greatest Hits", denn hier haben wir "Viva Las Vegas", ein Song, zu dem es eine nette Story gibt. Es geschah eines Tages im Jahr 92 als ich Besuch von einem Kumpel bekam. Dieser hatte eine Kassette dabei ( ja, auch 92 hantierten wir noch mit Kassetten, das war dann aber recht zügig vorbei) und spielte mir einen Track vor. Der begann mit Elektronic - Geklimper und Computerbeats, Sachen die mir zu dieser Zeit nur grünliche Farbe ins Gesicht zauberten. Ich wollte mich gerade lauthals beschweren, als Billy's unverkennbare Gitarre in den Song hineinschnitt und mir war alles klar. Am nächsten Tag hatte ich die Scheibe.Hier einige Tracks, die bei den Nennungen auf den anderen Alben nicht erwähnt wurden, es aber verdient gehabt hätten: "Doubleback","Cheap Sunglasses" und neu - "Viva Las Vegas".     

                                                                                                                                                                                                  

ZZ Top mit den Revue - Mädels von "Viva Las Vegas"

One Foot in the Blues (1994) - Ich weiß um's Verrecken nicht mehr, was eher raus kam: "One Foot in the Blues" oder die "Antenna". Na egal. Nur eine kurze Erwähnung von "One Foot in the Blues". Nichts neues, sondern eine Zusammenstellung aller bluesigen Balladen, wobei mir die Auswahl etwas unvollständig vorkommt. Mir fehlt zum Beispiel "Leila" und "It's so hard" sehr. Aber gut, für alle mit Bedürfniss nach Kuscheln - "One Foot in the Blues".

Antenna (1994) - Im selben Jahr erschien auch die "Antenna", ein Album, dass mich nicht so richtig überzeugen konnte. Man merkt das deutliche Bemühen zurück zum Sound der 70er zu kommen, ein Unterfangen, welches schlechterdings unmöglich scheint. Es ist logischerweise ziemlich schwierig für 45jährige so zu klingen, wie sie als 20jährige geklungen haben. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Außerdem nervt das ständige Verwenden der Fuzzbox, das neue Spielzeug von Billy,sehr. Hin und wieder ja nicht schlecht, geht es nach ner Weile dann doch auf den Keks, weil irgendwie klingt alles gleich. Aber auch hier heben sich ein paar Stücke heraus: "Pincushion", Breakaway" und "PCH".

Rhythmeen (1996) - Schon zwei Jahre später erschien das nächste Album. Rhythmeen ist im Vergleich zu "Antenna" eine Steigerung, obwohl auch hier zuviel Fuzzbox eingesetzt wird. Die drei werden aber wieder experimentierfreudiger und der Track "Hummbucking Part 2" ist kultig. Hier werden die afrikanischen Einflüsse, denen sich besonders Billy in den letzten Jahren gewidmet hat, sehr deutlich. Bei der zur "Rhythmeen" gehörenden Tour hatten die Bärte einen recht schwachen Auftritt in Hohenfelden bei Erfurt. Bei diesem Gig war ich anwesend und sehr enttäuscht, weil mir allein die Dimensionen des Auftritts ein wenig zu popelig vorkamen. Im Vergleich zu Anfang der 90er wirkte das Ganze dann doch etwas sehr abgehalftert. Die Musik ist natürlich trotzdem gut: "Hairdresser", "My Mind is gone" und "Hummbucking Part 2"

Gereifte Bärte

XXX (1999) - Pünktlich zum 30jährigem erschien "XXX". Auf diesem Album sind endlich mal wieder ein paar Live - Tracks zu finden, wobei mir die Performance von "(Let me be your) Teddybear am besten gefällt. Dusty klingt wie der King, von dem das Lied im Original ja auch ist. Auf auf der "XXX" ist wieder ein "verrückter" Track. "Dreadmonboogaloo" könnte ich mir perfekt als Titelmusik für eine Krimi- oder SF-Serie vorstellen. The little ol' Band from Texas kommt auch im dritten Jahrzehnt peu a peu wieder an die Kraft und die Stärke ihrer besten Zeit heran. Besonders gut: "Trippin", "Dreadmonboogaloo" und "(Let me be your) Teddybear".

Mescalero (2003) - Vier Jahre hat's gedauert, aber JAAAAA. Sie haben es geschafft. Die geilste Scheibe der letzten zwanzig Jahre. Im Prinzip ist jeder Track ein Highlight. Verschiedenste Einflüsse aus 35 Jahren Bandgeschichte und über 50 Jahren Lebenserfahrung ( die drei werden in diesem Jahr immerhin schon 55!!!) werden auf "Mescalero" konsequent und meisterlich zusammen geführt. Leider wurde die Scheibe kein kommerzieller Erfolg, obwohl sie es weiß Gott verdient gehabt hätte. Dies liegt meiner Meinung nach an der sauschlechten Promotion des Albums und der Gruppe überhaupt. Sicherlich haben sie es nicht mehr nötig, aber ein bisschen mehr könnt's trotzdem sein.Der Sound ist auf jeden Fall genial und so können die Bärte auch in den nächsten 20 Jahren ihr Publikum finden. Ihre Fans werden zu ihnen stehen und ich werde dabei sein. Besonders schön auf "Mescalero": "Mescalero", "Buck nekkid" und "Que Lastima".

weitere (nicht offizielle) Alben:

- Viva ZZ Top   - Doppel Live Album von 1994 ( gute Soundqualität)   
- ZZ Top Una hermosa Noche   - Live Album von 1987                               
- Incinerator  - so ne Art "Greatest Hits" von TNT aus dem Jahr 97                      
- ZZ Top live   - Live Album von (laut Cover) 1993, von der Songauswahl und vom Klang her würd ich 
aber eher auf die späten 70er tippen                                                                               
- ZZ Top en Belgique   - Doppel Live Album von 1995, mit Live Tracks aus den Jahren 94 und 87

außerdem noch vorhanden:

- Singles von "She's just killing me", "What's up with that" und die Dance - Version von "Gimme all your Lovin" von Martay feat. ZZ Top (naja)

ENDE

The little ol' Band from Texas